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| [Erster Eindruck] Canis Canem Edit (früher Bully) |
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23.11.2006 11:18:10 |
Entwickler: Rockstar Games Publisher: Take 2 Interactive Genre: Action-Adventure Plattform: PS2 USK: Ab 16 Jahren Den Titel hat der Hund gefressen. Rockstars 'Bully' erscheint in Europa unter dem weniger kontroversen Titel 'Canis Canem Edit'. Dass sich das Spiel gar nicht vor Herrn Beckstein zu verstecken braucht, zeigt unser umfangreicher Testbericht. Die Elite von morgen! Denn wer eine brutale Schulhof-Simulation hinter Rockstars neustem Streich vermutet, wird schon in den ersten Spielminuten überrascht. Zwar schlüpft man in 'Canis Canem Edit' in die Rolle des Problemkinds Jimmy Hopkins, der sich auch schon mal mit seinen Fäusten verteidigt und auf Spielerwunsch seinen Mitschülern Streiche spielt, die Handlung gibt sich jedoch überraschend gesellschaftskritisch, ohne den typischen Rockstar-Humor vermissen zu lassen. So ist euer Alter Ego alles andere als der typische Schulhof-Rüpel, sondern vermutlich noch die normalste Person am Bullworth-Internat. Die Schule wird von einem inkompetenten Rektor, alkohol- und sexsüchtigen Lehrer und diversen Schulcliquen terrorisiert und auch wenn Jimmy allerlei Schabernack treibt, so hat man stets das Gefühl, dass es die Richtigen trifft. Die Hintergrundgeschichte des mindestens 15 Stunden andauernden Abenteuers ist hierfür in insgesamt fünf Kapitel unterteilt und wird durch professionelle und vor allem hervorragend vertonte Zwischensequenzen vorangetrieben. Rockstar hat sich nicht nur die Mühe gemacht, einen hervorragenden Soundtrack eigens für das Spiel zu komponieren, auch in Sachen Sprachausgabe erreicht 'Canis Canem Edit' gewohnte Rockstar-Qualität und überzeugt durch erstklassische, englische Sprecher. Deutschen Text findet ihr dagegen nur im optionalen Untertitel, so dass Zocker ohne gute bis sehr gute Englisch-Kenntnisse – allerlei Slang-Begriffe sei Dank – nur schwer die gelungenen Animationen der Zwischensequenzen folgen können, da der Blick am unteren Bildschirmrand klebt. Schulausbildung für Englisch-Cracks Doch nicht nur manch ein Spieler mag mit seinen sprachlichen Fähigkeiten zu kämpfen haben, auch Jimmy erlernt erst im Laufe des Spiels die Kniffe der englischen Sprache – sofern er denn den Unterricht besucht. Ähnelt das Spiel nämlich mit seiner offenen Struktur der 'Grand Theft Auto'-Serie, so solltet ihr abseits der Hauptmissionen und Nebenaufgaben täglich zwei Mal die Schulbank drücken. Wer fleißig in den Englisch-Unterricht besucht, erlernt neue Ausflüchte, wenn er mal von den Ordnungshütern bei einem Streich erwischt wird, oder redet sich schon mal aus einer Prügelei heraus. In den Chemie-Stunden erfährt Jimmy, wie man sich Juckpulver oder Feuerkracher selber bastelt. Und wer gar den Kunstunterricht der sündigen Kunstlehrerin besucht, lernt so einiges über die Geheimnisse der holden Weiblichkeit. Die Gesundheitsanzeige wird es euch später danken. Die Unterrichtsstunden selbst kommen dabei als kleine oder teils auch große Minispielchen daher. Im Chemie-Unterricht müsst ihr rechtzeitig die richtige Taste drücken, damit euch die Chemikalien nicht um die Ohren fliegen, während der Sportunterricht mit einer recht gelungenen Völkerball-Simulation aufwartet. Die meisten Aufgaben verlieren aufgrund ihres simplen Aufbaus jedoch schnell an Faszination, so dass es mehr als Gelegen kommt, dass ihr jedes Fach nur fünf Mal besuchen müsst. Habt ihr nämlich fünf Schulstunden in einem Bereich erfolgreich absolviert, hat Jimmy alles in diesem Bereich gelernt und gilt vor allem nicht mehr als Unterrichtsschwänzer, wenn er während der Unterrichtszeit von den Bullworth-Angestellten oder Polizisten der angrenzenden Kleinstadt außerhalb der Klassenräume entdeckt wird. Die so gewonnene Zeit könnt ihr dann in den unzähligen Missionen investieren, die ihr auf dem Schulcampus und der Stadt selbst findet. Im Vergleich zu 'Grand Theft Auto' oder 'Scarface' ist die Welt von 'Canis Canem Edit' zwar deutlich kompakter, dafür haben die Mannen von Rockstar Vancouver die übersichtliche Spielwelt mit deutlich mehr Details und Missionen gefüllt. So verdient ihr euch als Zeitungsjunge Geld ('Paperboy' lässt grüßen), um es sogleich in Geschenke für eure unzähligen Schulliebschaften zu investieren oder eurem Fahrrad eine neue Speichel zu kaufen, oder folgt unzähligen Haupt- und Nebenmissionen, die euch als Botenjungen durch die halbe Stadt scheuchen oder in allerlei Kämpfe verstricken. Wie jedoch schon die Unterrichtsstunden lassen viele der Missionen schnell Abwechslung vermissen. Zwar erkundet ihr in fast jeder Aufgabe ein neues Gebiet und häufig werden gleich komplett neue Spielfunktionen eingeführt, dafür ist der Spielablauf selbst sehr beschränkt und viele Missionen viel zu kurz und leicht gehalten. Echte Highlights, wie die Erkundung eines Jahrmarkts oder die Bosskämpfe am Ende eines Kapitels, finden sich selten. Dies mag zwar bei der 'Grand Theft Auto'-Serie nur bedingt anders gewesen sein, jedoch kamen einem hier vor allem die Botengänge durch die spaßigen Fahrten im Auto meist nicht ganz so nervig vor. Zwar ist Jimmy dank diverser Fahrräder und einem Skateboard ebenfalls recht schnell unterwegs, jedoch ist die Steuerung hier nicht halb so gelungen wie die Fahrzeugsteuerung in 'Grand Theft Auto'. Überhaupt hat man in 'Canis Canem Edit' seine liebe Not, mit der trägen und ungenauen Steuerung zu Recht zu kommen. In Kombination mit der ebenfalls stark verbesserungswürdigen Kamera entstehen gerade hier einige Frustmomente. Immerhin im Kampf scheint dann jedoch Rockstars Erfahrung mit 'The Warriors' durch. Dank 'Lock On'-Funktion über die Schultertasten und einem einfachen, wie sinnigen Kombo-System machen die Faustkämpfe selbst gegen größere Gegnerhorden Spaß. Wobei auch dieser Aspekt sichtlich für Neulinge im Genre konzipiert wurde. Schwer sind die Kämpfe in den seltensten Fällen. Wieso bin ich gefallen? Ah, wo kommt das Schild her? Technisch ist der Titel schließlich ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite überzeugt Jimmys Schuljahr auf dem Bullworth-Internat durch ein stimmiges Design und extrem kreativ gestaltete Umgebung. Auch die Animationen sind, wie schon mehrfach erwähnt, absolut mustergültig und überzeugen vor allem in den vielen Zwischensequenzen. Dem gegenüber stehen jedoch eine schwankende Bildwiederholungsrate, matschige Texturen und ein vereinzelt später Bildaufbau. Letzterer stört dabei sogar den Spielfluss. So kommt es schon mal vor, dass Jimmy während seiner Radtouren stürzt, ohne dass es dafür einen offensichtlichen Grund gibt. Erst einige Sekunde später wird ein Straßenschild direkt vor eurer Nase eingeblendet. Zudem strapazieren recht lange Ladezeiten beim Betreten der einzelnen Gebäude unnötig eure Geduld.   Trailer Homepage (geändert am 23.11.06 11:18:35 von calimero)
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Letztes Update: 06.09.2007 07:00
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